Duisburg Innenhafen - Analogien und Unterschiede zu Köln

                    

Nur 70 km nördlich von Köln liegt Duisburg, die Stadt mit dem grössten Binnenhafen der Welt. Hier mündet die Ruhr in den Rhein, hier entstanden im industriellen 19. und 20. Jahhundert die Umschlagplätze für eines der grössten Industriegebiete der Welt. Über den Duisburger Hafen ist das Ruhrgebiet mit dem Seehafen in Rotterdam verbunden. Und auch in Duisburg hat der Übergang vom Industriezeitalter in die "postindustrielle Gesellschaft" Spuren hinterlassen und gravierende Umwandlungen erforderlich gemacht.

 

Ähnlich wie dem Rheinauhafen in Köln gelingt es dem Innenhafen, durch seine Bebauung einen von den stark befahrenen Verkehrsachsen (hier die A40) abgeschotteten Bereich zu schaffen, der in Form von Promenaden zum Wasser hin ein Gewinn für die Öffentlichkeit darstellt (das Prinzip "Rückgewinnung des öffentlichen Raums"). 

 

Doch während der Rheinauhafen in Köln eine Mischnutzung von Wohnen, Büros, sonstigen Dienstleistern, Museen und Gastronomie über das gesamte Gelände aufweist, vollzieht der Innenhafen eine klare Trennung von Wohnen und gewerblichen Einrichtungen. Sämtliche Wohneinheiten befinden sich südlich des Philosophenwegs. Nördlich finden sich die Museen, Gastronomie und Büros.

 

Und während in Köln das letzte Baufeld seit 2014 vollendet ist, fehlt in Duisburg ein wichtiges, die Ost- und Westflanke verbindendes Element, das herausragende Projekt des Innenhafens: das von Norman Foster & Pt. entworfene Eurogate, ein Büro-/Hotelkomplex der sich parabelförmig um den ehemaligen Holzhafen legt. Bislang wurden lediglich die zum Wasser hin wie Tribünen eines Amphitheaters abfallenden Ränge der Freiflächen errichtet. Im Juni 2012 zog sich der (zuvor im Innenhafen an anderen Stellen erfolgreiche) Projektentwickler für das Eurogate aus dem Vorhaben zurück, sodass die Verwirklichung ungewiss bleibt. Es klafft eine unübersehbare Lücke ausgerechnet am zentralen Gelenk des Innenhafens.

 

Ein ambitioniertes Projekt gerät erneut an seine Grenzen, wie schon zuvor beim Erweiterungsbau des Museums Küppersmühle. Die Stararchitekten Herzog & de Meuron (u.a. Olympiastadion in Peking oder die Arena in München) zeichneten für den Entwurf eines auf dem Sockel Küppersmühle auskragenden Gebäudequaders aus einer Stahlrahmen-Konstruktion verantwortlich. Der Bau des Stahlkorsetts wurde technisch jedoch falsch ausgeführt, und der Unternehmer war wegen zwischenzeitlicher Insolvenz nicht mehr in Haftung zu nehmen. Nun liegt der Stahlkoloss zu Füssen der Küppersmühle und harrt der Dinge. Eine Lösung ist bislang nicht in Sicht.

 

Trotz dieser Unzulänglichkeiten werden der Innenhafen und seine Möglichkeiten der Freizeitgestaltung von den Duisburgern und anderen Besuchern gerne angenommen. Es bleibt zu hoffen, dass abschliessend zumindest das Eurogate verwirklicht werden kann, wegen seiner zentralen, herausragenden und verbindenden Funktion.  

 

 

 

Duisburg Innenhafen


        

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Bild 1-3: Norman Foster & Pt. - Wohnbebauung am Philosophenweg

Bild 4: gmp (Gerkan, Marg & Pt.): Wohnbebauung an der Speichergracht

Bild 5-6: Nicholas Grimshaw - Five Boats (Offices - u.a. WDR Studio Duisburg)

Bild 7: Zvi Hecker: Jüdische Gemeinde & Synagoge

Bild 8: Blick vom Altstadtpark Richtung Schwanentorbrücke

Bild 9: moderne Zugseilbrücke von Ing. Schlaich

Bild 10: Blick Richtung Landesarchiv NRW und Polizei Landesleitstelle

Bild 11: Blick von Schwanentorbrücke nach Osten

Bild 12-13: Fußweg auf Nordseite des Hafenbeckens

Bild 14: parabelförmiger Sockel des noch nicht gebauten Eurogates

Bild 15-17: Hadi Teherani (BRT) - H2 Offices (2004) + Zwilling (2010)

Bild 18: Das Stahlskelett zu Füssen der Küppersmühle 

    

Hadi Teherani (BRT): H2-Offices

 

 

 

Norman Foster: Wohnbebauung am Philosophenweg

 

 

 

Zvi Hecker: Jüdische Gemeinde vom Garten der Erinnerung

 

 

 

Duisburg Innenhafen - Promenade zum Wasser
Promenade zum stillen Hafenbecken (hinter Portsmouthdamm)